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Sukkulenten vermehren über Blattstecklinge, Köpfe und Kindel

So vermehrst du Echeverien, Geldbaum, Sedum, Haworthien und Kakteen: Blätter sauber abdrehen, antrocknen lassen, auf trockenes Substrat legen, Köpfen vergeilter Rosetten und Pflege der Jungpflanzen.

Sukkulenten gehören zu den Pflanzen, die sich am leichtesten vermehren lassen. Bei vielen Arten genügt ein einzelnes Blatt, um eine komplette neue Pflanze entstehen zu lassen. An der Basis eines abgefallenen Blattes bilden sich nach einigen Wochen winzige Wurzeln und eine Mini-Rosette. Wer einmal gesehen hat, wie aus einem Echeverien-Blatt eine neue Pflanze wächst, ist meist begeistert. Mit wenigen Grundregeln gelingt das fast immer.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Sukkulenten sich über Blätter vermehren lassen, wie du Blätter richtig abnimmst und behandelst, wie du vergeilte Pflanzen durch Köpfen rettest und wie du die Jungpflanzen pflegst.

Welche Sukkulenten eignen sich?

PflanzeBlattstecklingKopf- oder TriebstecklingKindel
EcheverienSehr gutSehr gutJa, bei vielen Arten
Graptopetalum, GraptoveriaSehr gutSehr gutJa
Sedum (Fetthenne, z. B. Sedum morganianum)Sehr gutSehr gutTeilweise
Geldbaum (Crassula ovata)GutSehr gutSelten
PachyphytumGutGutJa
KalanchoeGutSehr gutBei Brutblatt am Blattrand
Haworthia, GasteriaMittel, langsamSeltenSehr gut
AloeNicht geeignetSeltenSehr gut
AeoniumNicht geeignetSehr gutTeilweise
KakteenNicht geeignet (außer Blattkakteen und Opuntien-Glieder)Sehr gutBei vielen Arten
BogenhanfBlattabschnitte möglichNeinÜber Rhizome

Einige Sukkulenten mit schmalen, dünnen Blättern oder ohne Blattbasis lassen sich nicht über Blätter vermehren. Bei Aloe, Haworthia und vielen Kakteen sind Kindel die zuverlässigere Methode. Siehe Ableger und Kindel.

Blätter richtig abnehmen

Der wichtigste Punkt: Das Blatt muss vollständig mit der Blattbasis abgenommen werden. Nur dort befinden sich die Zellen, aus denen neue Wurzeln und Triebe wachsen. Ein abgerissenes Blatt mit verletzter Basis bildet meist höchstens Wurzeln, aber keine Rosette.

  1. Ein gesundes, kräftiges Blatt aus dem unteren oder mittleren Teil der Pflanze wählen.
  2. Das Blatt zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und vorsichtig seitlich hin und her drehen, bis es sich sauber vom Stamm löst.
  3. Die Basis sollte unbeschädigt und leicht konkav sein, oft sieht man eine kleine, saubere Ansatzstelle.

Beim Umtopfen oder Abzupfen alter unterer Blätter fallen oft ohnehin Blätter ab, die sich gut eignen.

Antrocknen lassen

Die Blätter einige Tage, je nach Dicke zwei bis sieben Tage, an einem hellen, luftigen Ort ohne direkte Sonne liegen lassen, bis sich die Bruchstelle mit einer trockenen Schicht verschließt (Kallus). Das verhindert Fäulnis.

Auf das Substrat legen

  1. Eine flache Schale mit trockener, mineralischer Sukkulentenerde füllen, etwa Kakteenerde mit Bims oder Sand.
  2. Die angetrockneten Blätter flach auf die Oberfläche legen oder mit der Basis leicht in das Substrat stecken. Viele bevorzugen das Hinlegen, da die Basis so luftig bleibt.
  3. Hell, aber ohne direkte Mittagssonne aufstellen, bei 18 bis 25 °C.
  4. Nicht gießen, solange keine Wurzeln da sind. Das Blatt versorgt sich aus eigenen Reserven.

Geduld: der Ablauf

Zeit nach dem HinlegenWas passiert
1 bis 3 WochenFeine, rosafarbene oder weiße Wurzeln an der Blattbasis
3 bis 6 WochenEine winzige Rosette erscheint an der Basis
2 bis 4 MonateDie Rosette wächst, das Mutterblatt schrumpft
Nach dem Vertrocknen des MutterblattsDie Jungpflanze ist selbstständig und kann eingetopft werden

Sobald sich Wurzeln zeigen, kannst du sie leicht mit Substrat bedecken und sehr sparsam besprühen oder von unten etwas Wasser geben, wenn das Substrat ganz trocken ist. Das Mutterblatt nicht entfernen, bis es von selbst vertrocknet ist. Es versorgt die Jungpflanze.

Nicht jedes Blatt wird zur Pflanze. Eine Erfolgsquote von 50 bis 80 Prozent ist normal. Deshalb immer mehrere Blätter auslegen.

Köpfen vergeilter Rosetten

Echeverien und andere Rosetten-Sukkulenten strecken sich bei Lichtmangel. Sie werden lang, die Blätter stehen weit auseinander, die Farbe verblasst. Das lässt sich nicht rückgängig machen, aber die Pflanze kann durch Köpfen verjüngt werden:

  1. Mit einem sauberen, scharfen Messer oder Zahnseide die Rosette etwa zwei bis drei Zentimeter unterhalb des kompakten Kopfes abschneiden.
  2. Untere Blätter am Stielstück entfernen, sodass ein bis zwei Zentimeter Stiel frei sind. Die entfernten Blätter können als Blattstecklinge verwendet werden.
  3. Den Kopf einige Tage antrocknen lassen.
  4. Auf trockenes Substrat setzen. Nach zwei bis vier Wochen bildet er Wurzeln.
  5. Der verbleibende Stiel im Topf treibt häufig mehrere neue Rosetten aus.

Danach unbedingt heller stellen, damit sich das Vergeilen nicht wiederholt. Siehe Licht für Zimmerpflanzen.

Triebstecklinge

Bei strauchartigen Sukkulenten wie Geldbaum, Sedum, Aeonium oder Kalanchoe funktionieren Triebstecklinge sehr gut:

  1. Einen Trieb von 5 bis 10 cm Länge abschneiden.
  2. Untere Blätter entfernen.
  3. Einige Tage antrocknen lassen.
  4. In trockenes Substrat stecken und nach einer Woche erstmals leicht gießen.

Geldbaum-Stecklinge bewurzeln auch im Wasser, verlieren aber leichter durch Fäulnis.

Kakteen-Stecklinge

Viele Kakteen lassen sich über abgetrennte Triebe, Glieder oder Köpfe vermehren:

  • Säulenkakteen: Ein Stück abschneiden, mehrere Tage bis zwei Wochen antrocknen lassen, bis die Schnittfläche gut verschlossen ist, und dann aufrecht auf trockenes Substrat setzen, eventuell mit Stützen.
  • Opuntien: Einzelne Glieder abbrechen, antrocknen lassen und aufrecht einsetzen.
  • Weihnachts- und Osterkaktus: Zwei bis drei Glieder abdrehen, kurz antrocknen und in leicht feuchte Erde stecken.

Pflege der Jungpflanzen

FaktorEmpfehlung
LichtHell, langsam an Sonne gewöhnen
WasserSparsam, Substrat zwischen den Gaben abtrocknen lassen
SubstratMineralisch, durchlässig
TopfKlein, mit Abzugsloch, gern mehrere Jungpflanzen in eine Schale
DüngerErst nach einigen Monaten, sehr schwach mit Kakteendünger

Mehr zur Pflege erwachsener Pflanzen in Kakteen und Sukkulenten pflegen.

Typische Probleme

ProblemUrsacheLösung
Blatt wird matschig und durchscheinendFäulnis durch Nässe oder fehlendes AntrocknenEntfernen, nächstes Mal länger antrocknen
Blatt schrumpelt ohne WurzelnBasis verletzt oder zu trocken und heißNeues Blatt sauber abdrehen, schattiger legen
Wurzeln, aber keine RosetteBasis beschädigt, Geduld nötigAbwarten, eventuell leicht besprühen
Jungpflanzen lang und blassZu wenig LichtHeller stellen
Schimmel auf dem SubstratZu feucht, schlechte LuftWeniger feuchten, lüften

Praxisbeispiel: Die Echeverien-Schale

Nach einem Umzug war eine Echeverie stark vergeilt, ihr Stiel 15 Zentimeter lang. Die Besitzerin köpfte die Rosette, drehte die 20 unteren Blätter vom Stiel ab und ließ alles eine Woche antrocknen. Der Kopf kam aufrecht in einen kleinen Tontopf, die Blätter wurden flach in eine Schale mit mineralischem Substrat gelegt. Nach drei Wochen hatte der Kopf Wurzeln, und an 14 Blättern zeigten sich rosa Würzelchen. Nach sechs Wochen erschienen kleine Rosetten. Der Stiel im alten Topf trieb drei neue Köpfe. Aus einer vergeilten Pflanze waren innerhalb eines Sommers fast zwanzig geworden.

Häufige Fragen

Muss ich Blattstecklinge besprühen?

Erst, wenn Wurzeln da sind, und dann sehr sparsam. Vorher eher gar nicht, um Fäulnis zu vermeiden.

Kann ich Sukkulenten-Blätter ins Wasser legen?

Das funktioniert manchmal, birgt aber ein hohes Fäulnisrisiko. Trockenes Substrat ist zuverlässiger.

Wann ist die beste Zeit?

Frühjahr bis Spätsommer. Im Winter geht es langsamer, ist aber an einem hellen Platz möglich.

Fazit

Sukkulenten lassen sich über Blätter, Köpfe, Triebe und Kindel einfach vermehren. Drehe Blätter sauber mit Basis ab, lass alle Schnittstellen antrocknen, lege sie auf trockenes, mineralisches Substrat, gieße erst nach der Bewurzelung und gib den Jungpflanzen viel Licht. Vergeilte Rosetten rettest du durch Köpfen. So wird aus einer einzelnen Pflanze eine ganze Sammlung.

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