Monstera vermehren: Stecklinge mit Knoten, Luftwurzeln und Abmoosen
So vermehrst du die Monstera erfolgreich: Knoten und Luftwurzeln finden, richtig schneiden, im Wasser, in Erde, Sphagnum oder Perlite bewurzeln, Abmoosen an der Pflanze und Pflege der Jungpflanzen.
Die Monstera ist nicht nur eine der beliebtesten Zimmerpflanzen, sie lässt sich auch erstaunlich einfach vermehren. Wer ihre Anatomie versteht, kann aus einer großen Monstera mehrere neue Pflanzen ziehen und gleichzeitig die Mutterpflanze in Form bringen. Entscheidend ist ein einziges Detail, das viele übersehen: der Knoten. Ohne Knoten bleibt jeder Steckling ein Blatt in der Vase, das nie zu einer neuen Pflanze wird.
Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Monstera aufgebaut ist, wo du schneidest, welche Bewurzelungsmethoden es gibt und wie du die Jungpflanzen gut durchbringst.
Die Anatomie der Monstera
| Teil | Beschreibung | Bedeutung für die Vermehrung |
|---|---|---|
| Stamm (Sprossachse) | Dicker, grüner Haupttrieb, aus dem alle Blätter wachsen | Hier sitzen die Knoten |
| Knoten | Verdickte Stelle am Stamm, an der ein Blattstiel ansetzt, oft mit ringförmiger Narbe | Aus dem Knoten wachsen Wurzeln und neue Triebe |
| Luftwurzel | Brauner, dicker Wurzelstrang, der aus dem Knoten wächst | Beschleunigt die Bewurzelung enorm |
| Blattstiel | Stiel zwischen Stamm und Blatt | Bildet keine neuen Triebe |
| Blatt | Großes, geschlitztes Blatt | Versorgt den Steckling mit Energie |
| Auge (Knospe) | Schlafende Knospe am Knoten, oft kaum sichtbar | Daraus wächst der neue Trieb |
Wichtig: Ein Blatt mit Blattstiel, aber ohne Stammstück und Knoten, bildet manchmal Wurzeln, aber nie einen neuen Trieb. Solche „Zombie-Blätter“ halten sich monatelang in der Vase, wachsen aber nicht weiter.
Der richtige Zeitpunkt
Frühling und Sommer sind ideal. Die Pflanze wächst aktiv, es ist hell und warm, und die Stecklinge bewurzeln schneller. Im Winter ist es möglich, dauert aber länger und das Fäulnisrisiko ist höher.
Geeignete Stecklinge
| Steckling | Beschreibung | Erfolg |
|---|---|---|
| Kopfsteckling | Triebspitze mit jüngstem Blatt, ein bis zwei Knoten und Luftwurzel | Sehr hoch, wächst sofort weiter |
| Stammsteckling mit Blatt | Stammstück mit einem Knoten, Luftwurzel und Blatt | Hoch |
| Stammsteckling ohne Blatt | Nur ein Stammstück mit Knoten und Auge | Gut, aber langsamer, da Energie aus dem Stamm kommen muss |
| Blatt mit Stiel ohne Knoten | Kein Stammgewebe | Kein neuer Trieb |
Schneiden Schritt für Schritt
- Werkzeug vorbereiten: Scharfes Messer oder eine saubere Gartenschere, mit Alkohol desinfiziert. Handschuhe tragen, der Pflanzensaft kann die Haut reizen.
- Knoten finden: Am Stamm entlang die Stelle suchen, an der ein Blattstiel ansetzt und eine Luftwurzel wächst.
- Schnitt setzen: Etwa zwei Zentimeter unterhalb des Knotens schneiden, und beim Stammsteckling ebenfalls ein Stück oberhalb, sodass ein Stammstück mit dem Knoten in der Mitte entsteht. Beim Kopfsteckling nur unterhalb schneiden.
- Luftwurzeln: Nicht abschneiden. Sie sind die zukünftigen Hauptwurzeln. Sehr lange Luftwurzeln können auf etwa 10 bis 15 Zentimeter gekürzt werden.
- Blätter reduzieren: Bei großen Stecklingen nur ein, maximal zwei Blätter lassen, um die Verdunstung zu verringern.
- Schnittfläche antrocknen: Einige Stunden an der Luft trocknen lassen, damit sie leicht verkorkt.
Die Mutterpflanze treibt aus dem nächsten Knoten unterhalb der Schnittstelle neu aus. So kannst du eine zu hoch gewordene Monstera gleichzeitig einkürzen.
Bewurzelungsmethoden
Im Wasser
Die anschaulichste Methode:
- Den Steckling in ein Glas oder eine Vase mit zimmerwarmem Wasser stellen, sodass Knoten und Luftwurzel im Wasser sind, das Blatt darüber.
- Hell, ohne direkte Sonne und warm aufstellen.
- Wasser alle drei bis fünf Tage wechseln.
- Nach zwei bis sechs Wochen wachsen aus der Luftwurzel und dem Knoten neue, weiße Wurzeln.
- Bei drei bis fünf Zentimeter langen Wurzeln in Erde umsetzen.
Mehr Details in Stecklinge im Wasserglas.
In Sphagnum-Moos
Feuchtes, ausgedrücktes Sphagnum-Moos hält Feuchtigkeit und Luft im idealen Verhältnis.
- Moos in ein durchsichtiges Gefäß füllen.
- Den Steckling so hineinsetzen, dass der Knoten im Moos steckt.
- Das Moos feucht, aber nicht nass halten.
- Eventuell mit einer Haube abdecken und täglich lüften.
Die Wurzeln, die in Moos wachsen, stellen sich später leichter auf Erde um als reine Wasserwurzeln.
In Perlite oder mineralischem Substrat
Ein Gefäß wird mit grobem Perlite oder Pon gefüllt, im unteren Drittel steht etwas Wasser. Der Steckling wird so eingesetzt, dass der Knoten im feuchten Bereich steckt. Durch die Kapillarwirkung bleibt es feucht, gleichzeitig gelangt viel Luft an die Wurzeln. Diese Methode gilt als besonders fäulnissicher.
Direkt in Erde
Kräftige Stecklinge mit großen Luftwurzeln können direkt in lockere Erde mit viel Perlite und Rinde gesetzt werden. Die Erde gleichmäßig leicht feucht halten. Nachteil: Man sieht den Fortschritt nicht.
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Wasser | Einfach, sichtbar | Wasserwurzeln, Umstellung nötig |
| Sphagnum | Feucht und luftig, gute Wurzeln | Moos muss beschafft werden |
| Perlite | Sehr fäulnissicher | Etwas Aufwand |
| Erde | Kein Umsetzen nötig | Fortschritt unsichtbar, höheres Fäulnisrisiko |
Abmoosen: Bewurzeln an der Mutterpflanze
Abmoosen ist die sicherste Methode, weil der Steckling bis zur Bewurzelung von der Mutterpflanze versorgt wird.
- Einen Knoten mit Luftwurzel am Stamm auswählen.
- Feuchtes Sphagnum-Moos fest um Knoten und Luftwurzel legen.
- Mit Frischhaltefolie oder einem aufgeschnittenen durchsichtigen Plastikbecher umwickeln und oben und unten mit Bindedraht oder Klebeband locker befestigen.
- Das Moos alle paar Tage befeuchten, etwa mit einer Spritze durch eine kleine Öffnung.
- Nach drei bis sechs Wochen sind durch die Folie viele weiße Wurzeln sichtbar.
- Den Stamm unterhalb des Moospakets durchschneiden und den neuen Steckling samt Moos eintopfen.
Einpflanzen der Jungpflanzen
- Topf: Nicht zu groß, 12 bis 17 cm je nach Steckling, mit Abzugsloch.
- Erde: Lockere Mischung aus Zimmerpflanzenerde, Pinienrinde und Perlite. Siehe Blumenerde und Substrat.
- Stütze: Ein kleiner Moos- oder Kokosstab gibt Halt.
- Mehrere Stecklinge in einen Topf ergeben schneller eine buschige Pflanze.
Pflege nach dem Bewurzeln
| Zeitraum | Pflege |
|---|---|
| Erste 2 bis 3 Wochen in Erde | Gleichmäßig leicht feucht, hell ohne Sonne, warm, eventuell höhere Luftfeuchtigkeit |
| Danach | Normale Monstera-Pflege: gießen, wenn die oberen Zentimeter trocken sind |
| Ab 6 bis 8 Wochen | Schwach düngen |
Das erste neue Blatt eines Stecklings ist oft kleiner und weniger geschlitzt als das Mutterblatt. Mit jedem neuen Blatt wird die Pflanze größer. Mehr zur Pflege in Monstera pflegen.
Typische Probleme
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Steckling fault im Wasser | Kein Wasserwechsel, zu kalt, Schnittfläche nicht abgetrocknet | Faulen Teil abschneiden, antrocknen, frisches Wasser |
| Wurzeln, aber kein neuer Trieb | Kein Knoten oder Auge | Neuen Steckling mit Knoten schneiden |
| Blatt wird gelb | Steckling nutzt Reserven, oft normal | Abwarten |
| Steckling welkt nach dem Eintopfen | Umstellung von Wasser auf Erde | Gleichmäßig feucht halten, Luftfeuchtigkeit erhöhen |
Praxisbeispiel: Die zu hohe Monstera
Eine Monstera war nach fünf Jahren an der Decke angekommen und hing schief über ihrem Moosstab. Im Mai wurde der oberste Trieb mit zwei Knoten, zwei Luftwurzeln und zwei Blättern als Kopfsteckling abgeschnitten, ein zweiter Stammsteckling darunter mit einem Knoten. Beide kamen in Perlite mit Wasser in ein großes Glasgefäß. Nach vier Wochen hatten sie kräftige Wurzeln, und nach sechs Wochen wurden sie zusammen in einen Topf mit Moosstab gesetzt. Die Mutterpflanze trieb aus dem obersten verbliebenen Knoten neu aus. Aus einer zu großen Pflanze waren zwei gut proportionierte geworden.
Häufige Fragen
Kann ich eine Monstera aus einem einzelnen Blatt ziehen?
Nein, nur mit einem Stück Stamm mit Knoten. Ein Blatt allein bildet höchstens Wurzeln.
Muss ein Steckling eine Luftwurzel haben?
Nicht zwingend, aber mit Luftwurzel geht es deutlich schneller.
Wann ist der Steckling bereit für Erde?
Wenn die neuen Wurzeln drei bis fünf Zentimeter lang sind.
Fazit
Die Monstera lässt sich einfach vermehren, wenn du immer einen Knoten mitnimmst. Schneide Kopf- oder Stammstecklinge mit Knoten und Luftwurzel, bewurzle sie in Wasser, Moos oder Perlite oder moose sie direkt an der Pflanze ab und setze sie bei ausreichender Wurzellänge in lockere Erde. Mit etwas Geduld wird so aus einer Monstera eine ganze Familie.